Daheim

Diesen Beitrag schreibe ich, außer für mich (ich habe heute Vormittag das komplette Blog noch einmal gelesen, damit ich weiß, was ich die letzten 7 Wochen so erlebt habe ;-), für all jene, die entweder aus purer Gewohnheit der letzten 7 Wochen ohne Nachdenken hier hergeklickt haben oder jene, die wissend, daß sie gerade unvernünftig sind aber von ihrer Sucht nicht lassen können, vage gehofft haben, daß sie sich vielleicht getäuscht haben und es hier doch weitergeht. Ich wollte Euch nicht zu schnell entwöhnen, aber ich warne Euch: Es ist tatsächlich aus. Ich bin wieder in Wien, wir sind wieder zu Hause.

Meine Rucksäcke sind ausgepackt und verstaut für die nächste Reise, die Etiketten abgenommen und in den Mistsack geworfen: “Emirates Long Transfer Via DXB”, “Emirates To VIE Vienna EK 0127/11 Via DXB Dubai EK 0413, Strichcode, Strichcode” und ein Namensschild von STA Travel mit einer Kontaktadresse “There: City Garden Lodge, 25 St. Georges Bay Rd., Parnell, Auckland”, wo wir dann gar nicht übernachtet haben. Zwei Waschmaschinen sind gewaschen, die Wäsche hängt, darunter meine zwei neuen T-Shirts: Aoraki Mount Cook und “the earth has music for those who listen - new zealand”, ein Zitat von Shakespeare, wie ich gerade festgestellt habe. Der wußte ja direkt, wovon er schreibt, der alte William!

Auf meinem Couchtisch liegt all das, was ich eingekauft und mitgebracht habe; ich wußte ja gar nicht mehr, was da alles meinen Rucksack so schwer gemacht hat, außer meine Steine, besonders mein wunderschönes Dinosaurierei. Ich bin ja so froh, daß ich mir das angetan habe, das Schleppen und das Zittern bei der Security: Ich hab’s heute schon mehrmals in der Hand gehabt, und, was soll ich sagen, there’s music in this stone, too, ich kann sie hören, wenn ich den Stein in meiner Hand wiege!

Sehr seltsam war es gestern, mich nach dem Duschen wieder anzuziehen und zu überlegen, was ich mir anziehe. Ich meine, so richtig zu überlegen, mit Auswahl und so. In Neuseeland war die Überlegung einfach: an durchschnittlichen Tagen die leichte lange Hose. An warmen Tagen, die Short. An kalten Tagen die Jeans. Dazu das aktuelle T-Shirt, so lange, bis es den morgendlichen Schnüffeltest nicht mehr bestand. Dann das nächste T-Shirt, das ich beim Griff in den Rucksack erwischte. Wenn’s kälter war, noch zusätzlich den Pullover. Fertig. Auf einmal stelle ich mich wieder vor den Spiegel und überlege, ob mir die Zusammenstellung gefällt. Seltsam …

Als ich fertig angezogen war, fühlte ich mich um die Körpermitte herum so ungewohnt leicht. Dann fiel mir auf: Ich tragen kein Bauchtascherl, und ich muß es auch nicht tragen! Darauf hatte ich mich ja sogar schon wieder gefreut, aber nicht damit gerechnet, daß sich das so ungewohnt anfühlt, daß ich mehrmals erst nachdenken muß, ob ich alles habe. Auch heute wieder der überraschte Kontrollgriff zum Bauch, bis mir dämmerte: Nicht nötig, ich bin auch ohne Bauchtascherl komplett!

Jetzt beim Tippen stelle ich fest, daß ich mich auch schon ziemlich an die englische Tastatur gewöhnt hatte: Jedes z ist zunächst ein y, jeder Strichpunkt ein ö, jeder Doppelpunkt ein Ö. Dafür fehltem diesem Text anfangs die Umlaute und scharfen s, bis ich durch ein Doppel- oder Strichpunkt-ö auf sie gestoßen bin, dann habe ich sie nachträglich eingefügt. Beim Tippen sprangen mehrmals meine zwei Kätzchen, naja, sagen wir: meine zwei ausgefressenen Kater, auf meinen Schoß: Die zwei haben mir also sehr schnell verziehen, daß ich sie so lange alleine gelassen habe. Aber sie wurden ja liebevollst versorgt. Ich hatte heute das Vergnügen, eine Art Katzen-Betreuungsblog nachlesen zu können, die schriftliche Kommunikation der drei Katzensitterinnen nämlich. War sehr amüsant und hat mir bestätigt, wovon ich ohnehin überzeugt war, daß es meinen zwei Katzen nämlich auch ohne mich sehr gut ging. Trotzdem holten sie sich gestern und heute ausgiebigst die Zwischendurch-Streicheleinheiten, die ihnen in den letzten Wochen gefehlt haben.

Die zwei haben sich auch ziemlich gefreut, als ich heute nacht um 1:59 aufwachte und die nächsten Stunden eher schlaflos im Bett lag, denn so waren sogar nächtliche Streicheleinheiten drin! Dabei hatte ich gestern abend bis 19:57 durchgehalten, da wäre theoretisch schon dringewesen, daß ich zumindest bis 4 oder 5 durchschlafe, aber wahrscheinlich stand mein Körper dann schon auf dem Standpunkt, daß es zumindest Zeit für einen 45-Minuten Walk wäre. Nach diesen über 30 Stunden ständigen Sitzens. Habe ich aber verweigert und es doch bis 7:55 geschafft, liegenzubleiben und immer wieder zu dösen. Dafür fände ich es jetzt gerade äußerst nett, mich ins Bett zu legen, und um das zu verhindern, werde ich mich jetzt aus dem Haus begeben.

Ich muß schließlich auch noch ein wenig einkaufen, hier herrscht natürlich gähnende Leere bei meinen Vorraten, und mich auch langsam wieder an den Gedanken gewöhnen, zur Arbeit zu gehen. Ich dachte, ich gebe mir von selbiger heute einmal eine homöopathische Dosis von einem Stündchen oder so und steigere diese Woche langsam, bis ich es nächste Woche wieder so richtig angehe.

Das war’s dann aber jetzt wirklich so ziemlich in diesem Blog. Es wird bestimmt irgendwann, nachdem Karin ihre mehreren 1000 Fotos gesichtet hat, eine Foto-Seite geben, die werden wir dann auch hier verlinken. Ansonsten wird es jetzt Zeit, daß wir uns alle von dieser Seite entwöhnen. Wenn es Euch tröstet, nicht nur Euch wird etwas fehlen, wenn Ihr hier nichts mehr zu lesen kriegt, auch mir, wenn ich nicht mehr lockig-flocker dahinblubbern kann. Ich habe mir schon überlegt, mir die Seite www.geblubber.at zu sichern und dort weiter frisch-fröhlich draufloszuschreiben über alles und nichts. ;-) Aber andererseits, jetzt kann ich Euch ja wieder persönlich mit G’schichtln, die die Welt nicht braucht, versorgen.

5 Responses to “Daheim”

  1. Hihi,
    ich hab ja gewußt, da kommt noch was. Das ist jetzt ein würdiger Abschluß.

    Na ja, noch nicht ganz, die letzten Fotos fehlen noch.

    Und im übrigen, die andere Hälfte des geschätzten Duos hat sich offiziell bei mir noch nicht zurückgemeldet - also: ich warte.

    Schön, daß Ihr wieder da seid.

    LG
    M.

  2. ja, ich gesteh, ich bin ein junkie! :-)

  3. Wir sind froh ,daß ihr wieder da seid. Wir haben schon gestern geschaut ob noch was kommt und siehe da ,ich habe recht behalten das noch was geschrieben wird. Danke das wiran eure Reise teilnehmen konnten . Willkommen in den Alltag
    Die Waldegghofg.

  4. Also ich wäre höllisch enttäuscht gewesen, wenn da nicht zumindest noch EIN Beitrag gewesen wäre - und wenns nur ein “wir sind wieder gesund zu Hause” (andrerseits - das schafft Gabi nicht sich so kurz zu halten –> und gut ists ;) ).

    Aber jetzt werd sogar ich mir abgewöhnen, da immer wieder reinzuklicken…..
    ….aber aus meinen Favoriten wirds noch lang nicht entfernt :)

  5. schön das Ihr wieder da seid - freue mich schon Euch beim Badminton wieder zu sehen

    Bis bald Eva

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