Arthur’s Pass - Akaroa
So, dies wird wohl einer der letzten Erlebnis-Berichte werden, denn allzuviele Erlebnisse wird es wohl in Christchurch nicht mehr geben.
Nach meinem letzten Eintrag waren wir wirklich noch fleissig, sind nicht nur 1/2 Stunde in die Hoehe gestiegen sondern sogar eine ganze. Wurden nicht nur mit einem schoenen Ausblick in zwei Richtungen belohnt (fuer die 3. Richtung sind wir dann doch nicht weit genug hinaufgestiegen, aber als wir umdrehten war’s auch schon 17 Uhr, und wenn die Sonne einmal weg ist wird’s in Arthur’s Pass ja - siehe letzten Eintrag - rasch eher frisch), sondern auch mit mehrmaligem Ausblick auf einen Wasserfall. Der Weg hatte es ordentlich in sich, steil hinauf ueber Stock und primaer Stein; als wir wieder unten ankamen, war vor allem Karin schon ziemlich fertig, trotzdem schleppte ich sie dann noch zu einem weiteren Aussichtspunkt zum Wasserfall. Ich hatte gerade einen Aktivitaets-Schub der besonderen Sorte
Diesmal wartete in der Huette schon ein Feuerchen, und am naechsten Morgen waren die Scheiben unseres Querci vereist. Und Karin musste in den Ort hinein zum telefonieren gehen, denn unser Telefon, das ja, wie bereits erwaehnt, draussen war, aufbewahrt in einer Stahlbox, auf deren Deckel ein Stein lag mit dem Hinweis “Please replace stone after using the phone because of the Keas”, war eingefroren!
Aber: Der Himmel strahlendblau, nicht einmal eine Spur von einem Woelkchen, und so fuhren wir gerade einmal 14 Kilometer und brachen zu einem weiteren Walk in die Berge hinauf. Der Weg haette in zwei Stunden zur Bealy’s Hut, einer historischen Huette gefuehrt, wir hatten wieder beschlossen, nur so weit zu gehen, bis der spectacular View eintrifft, und diesen Plan hatte auch unsere Hausherrin als gut bestaetigt. Und das war wieder nach ein bisschen ueber einer Stunde so weit.
Da hatten wir eine Kuppe erklommen und einen wirklich fantastischen 360 Grad Rundumblick, und in diesem Moment verstand ich wieder einmal, wie Jodeln entstanden ist. Karin bedauerte dann, dass wir nicht jodeln koennten, was natuerlich Bloedsinn ist, jeder kann jodeln, und das fuehrte ich ihr auch sogleich vor. Sie hat dieses Erlebnis der besonderen Art sogar auf Video fuer Euch festgehalten, spaeter aber entschieden, dass Ihr diesen Genuss nicht verdient habt: ein paar Stunden spaeter war ihre Speicherkarte voll, und sie hatte keine Reservekarte mitgenommen (was sie sonst IMMER tut), und da glaubte sie, durch Loeschen dieses Videos wieder zu deutlich mehr freien Bildern zu kommen - stimmte aber gar nicht, nach 3en oder 4en war schon wieder Schluss, aber da war es schon zu spaet: Mein Jodler ist fuer die Nachwelt verloren.
Beim Hinuntersteigen waren wir dafuer dann inspiriert und sangen saemtliche Wander- und Volkslieder, die wir kennen, und, ich kann Euch verraten: Es sind leidergottes verdammt wenige! Und von denen, die wir kennen, ist nach einer Strophe Schluss. Immerhin kreierten wir unsere eigene Version von “Ein Vogel wollte Hochzeit machen”, allerdings endete das Lied dann:
Die Spatzen, die Spatzen waren so frech und brachten die Katzen! Fideralala, fideralala, fideralalala.
Dann war die Vogelhochzeit aus, die Katzen hatten einen Schmaus! Fideralala, fideralala, fideralalala.
Tja, sorry an alle Vogelliebhaber, wenn wir gewusst haetten, wohin uns das Lied treibt, haetten wir frueher aufgehoert zu singen.
Ja, und dann fuhren wir weiter, das Wetter immer noch sensationell gut, die Ausblicke, die wir von unterwegs hatten, wurden immer besser, wir stoppten ununterbrochen, dabei hatten wir 220 km zu machen!
Um 1/2 4 oder so machten wir, nach 54 gefahrenen km, unseren letzten Stop in einer faszinierenden Karstlandschaft: unmringt von fantastischem Berg-Panorama, inmitten idyllischer Farm-Landschaft standen riesige Karst-Felsbrocken rum, die meisten ziemlich abgeschmirgelt und eher rund, auf denen ich natuerlich munter herumklettern musste. Ich haette ewig dort verbringen koennen, aber es begann - irgendwie gottseidank - zuzuziehen, und kaum sassen wir im Auto, begann es auch zu regnen, und dabei blieb es dann bis Akaroa.
Wir haetten gegen Ende der Reise fantastische Views auf Akaroa haben sollen, aber es hingen dichte Wolken bei 100 % Luftfeuchtigkeit in den Taelern und ueber den Gipfeln, wir sahen ueberhaupt nichts.
Ueber Akaroa berichte ich separat, in 1 Minute ist meine Zeit aus. Und wir brechen jetzt unsere Zelte in Akaroa ab und fahren langsam Richtung Christchurch. So viel sei vorweggenommen: Heute strahlt die Sonne, der Himmel ist herrlich blau, und wir werden alle Views haben, die wir vorgestern nicht hatten.
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