Heute melde ich mich wirklich nur kurz zu Wort, denn wir sind hier in einem Kaff namens Owaka, am Weg in den tiefsten Sueden, in den noerdlichen Catlins, und hier sagen sich wirklich Fuchs und Hase Gute Nacht. Immerhin hat dieses Internet-Cafe, das einzige (und eines von zwei Cafes), jetzt doch offen, trotz Sonntag, allerdings ist das Internet hier nicht ganz billig – 8 $ fuer eine Stunde, verhaeltnismaessig noch mehr fuer weniger Zeit, die minutengenau abgerechnet wird.
Wir sind auch nur herinnen, weil ich bis vor gerade eben fuerchterliches Bauchdruecken hatte und mich noch nicht fit genug gefuehlt habe, mich ins Auto zu setzen.
Ich moechte Karins vorigen Eintrag noch ein wenig ergaenzen.
Erstens wundert es mich, dass nicht eine einzige Rueckfrage kam, was eigentlich ein Schokoladefall ist. Ihr seid, scheint’s, alle vif genug, einfach im Wort Wasserfall das Wasser durch Schokolade zu ersetzen und Euch selbiges auch gleich vorzustellen. Ich glaube, ich haette mit dem Wort nichts anzufangen gewusst. Es handelte sich auf jeden Fall um einen ungenutzten Silo der Cadbury-Schokoladefabrik, in dem man fuer jede Touristengruppe die gleiche Tonne (ja, eine ganze Tonne!) fluessige Schokoladenmasse 2 Stockwerke tief hinunterfallen laesst. Nun ja, ich haette mir ja eigentlich gewunschen, dass man viel mehr von der eigentlichen Schokoladeproduktion sieht, und vor allem: die Zwischenstationen verkosten kann. So gesehen war die Fuehrung eher schwach.
Auf jeden Fall hatte die Fuehrung noch ein „Nachspiel“: Es gab naemlich einen Shop, in dem man auch nach Schokolade duftende Body-Lotion haette kaufen koennen, was wir beide sein liessen, denn wir haben so ueberhaupt keine Lust, nach Schokolade zu riechen. Aber als wir am Nachmittag im Bus der Elm Wildlife Tour sassen, hatten wir die ganze Zeit diesen Schokolade-Geruch in der Nase; fuer diejenigen von Euch, die im Westen der Stadt wohn(t)en, das ist dieser Manner-Geruch, der manchmal in der Luft haengt. Ich dachte zuerst, das liegt an mir, bis mir Karin bestaetigte, dass sie das auch riecht. Dann dachte ich, das kommt von draussen rein, wie beim Manner halt, aber schliesslich einigten wir uns darauf, dass das wohl die Amerikanerin sein musste, die hinter uns sass, die naemlich, in ihrem staendigen Wortschwall, sie quasselte wirklich ununterbrochen (hatte solcherart also eine gewisse Aehnlichkeit mit mir
) auch erzaehlt hatte, dass sie am Vormittag die Cadbury-Tour gemacht hatte. Und die hatte sich wohl tatsaechlich diese Body-Lotion draufgeschmiert – baeh. Erst auf der Rueckfahrt war der Geruch grossteils weg, obwohl immer noch hin und wieder ein Schwall durch die Luft fegte. Ami!
Und das letzte, was ich ergaenzen wollte: Wir haben an diesem intensiven Besichtigungstag in Dunedin auch auf Bildung gemacht, wir waren naemlich auch ueber eine Stunde lang im Otago Settler’s Museum. Das war wirklich sehr informativ, viel geschichtliches ueber die Besiedlung des Landes, sowohl ueber die europaeische Seite, also: wie kamen die Immigranten und woher, wie war so eine Segelschiffahrt von anfangs 140 (!), zum Schluss immer noch 80 Tagen, als auch ueber die Maori-Seite: Wie lief das Aufeinandertreffen der zwei Kulturen ab, was bedeutete es fuer die Maori dieser Gegend (na was wohl: Ueber den Tisch gezogen werden, Krankheit, Armut und Verachtung). Aber auch ueber die Wiedergutmachungen, die seit der Mitte der 90er-Jahre massiv versucht werden – jetzt weiss ich auch endlich, warum der Mt. Cook auf einmal Aoraki Mt. Cook heisst. Das war mir von Anfang an hier schon aufgefallen: Auf einmal heisst er ganz offiziell und ueberall Aoraki Mt. Cook oder sogar nur Aoraki, wohingegen 1991, als ich hier war, ich nicht ein einziges Mal den Maori-Namen Aoraki gehoert hatte. Das war eine Form der Wiedergutmachung: Die Maori erhielten ihren heiligen Berg zurueck, allerdings widmeten sie ihn gleich dem Volk von Neuseeland zu ihrer Erholung, sie haben also nicht wirklich etwas davon. War wohl mehr ein symbolischer Akt, aber der Name, das ist die sichtbare Auswirkung.
Ja, also das war’s, was ich noch „kurz“ ergaenzen wollte. Ob wir in dieser Gegend noch einmal ins Internet kommen, wissen wir nicht. Karin bittet mich, Euch noch wegen Fotos zu vertroesten: Hier gibt’s zwar immerhin Internet, aber eine Moeglichkeit, die Fotos zu uebertragen nicht, das wird wohl noch bis zu einer Woche dauern. Wir hoffen diesbezueglich auf Invercargill, die suedlichste und westlichste Stadt Neuseelands, die wir wohl in etwa 4 Tagen ansteuern werden. Danke auf jeden Fall fuer den Webspace, wird der fuer etwa 1500 Fotos reichen? So viele hat Karin naemlich schaetzomativ gemacht – aber das mit den Fotos, das wird einmal ein eigener Beitrag.
Abgelegt unter : G'schichtln, Kiwi Experience, Land und Leute
hahaha – falls der Webspace fuer die Fotos nicht reicht schreibt mir ne kurze email oder hier im blog und ich heang eine 2. 80GB Platte in den Server
Spass beiseite – ich habe keine Ahnung wie die MB / Zeit Kosten auf Eurer Seite sind – und ich denke Ihr werdet trotzdem nur ausgewaehlte Fotos von Euren VIELEN Fotos uploaden koennen – aber ich wollte Euch nur absolut losloesen von allen Foto = Speicherplatz Problemen!
Ich hoffe Dein Bauchweh hat sich wieder gegeben!
Gute Reise!!
Fritz
wie Du schon richtig bemerkt hast, mir war der Schokoladefall geistig vor Augen – wie bei Charly und die Schokoladenfabrik da gabs das auch
eins möcht ich noch sagen – Schokoladeduschgel find ich echt supa!
gute Besserung Deinem Bauchi – alles Liebe Eva