Schokoladeneier, Federn und Fellknaeuel

Heute haben wir unseren Tag nach dem gemuetlichen Fruehstueck (wie immer mit einer Avocado und wie immer sehr gut) um 12:00 mit einer Fuehrung in der Cadbury-Schokoladenfabrik begonnen. Schokoladenei haben wir zwar keines bekommen (dafuer diverse andere schokoladigen Produkte), haben aber erfahren, dass sie von Juni bis Jaenner Schokoladeneier produziert werden – insgesamt 40 Millionen Stueck – und das nur fuer die 4 Millionen Neuseelaender. Gabi hat sich noch mit Morobars eingedeckt und unsere ganze Kuehltasche ist nun voll davon. Lange werden sie bei Gabis Sucht nach diesen Dingern aber eh nicht halten. Und dann haben wir noch etwas erlebt: den groessten Schokoladenfall der Welt – oder war es der groesste Schokoladenfall der suedlichen Hemisphaere? Egal, auf jeden Fall mein (und auch Gabis) erster Schokoladenfall. Wir sind auch angespritzt worden und haben als „Belohnung“ noch eine weitere Schokolade aus der Produktlinie von Cadbury bekommen.

Dann war das hautnahe Erleben von Neuseelands Tierwelt an der Reihe: Ab in den Bus (gemeinsam mit 18 anderen Leuten und 2 Guides) und auf zur Otago Peninsula . Los gings mit den Albatrossen. Nein stimmt nicht ganz, denn auf dem Weg zu den Albatrossen haben wir auch schon einige Voegel gesehen, die wir mit Feldstecher vom Auto aus ins Visier genommen haben. Aber nun zu den Albatrossen, den groessten fliegenden Voegeln ueberhaupt. Die werden tatsaechlich einen Meter lang (von Schnabel bis Schwanz) und haben eine Fluegelspannweite von ca. 3 Metern – unglaublich. Wir waren in einem Albatrosscenter, wo die Tiere direkt an unserer Nase vorbeigeflogen sind. Von unten sieht man ihnen das gar nicht an, dass sie so riesig sind – schauen halt aus wie ein bisschen groessere Moewen (die es dort auch zu Hauf gab). Diese Voegel bringen 7,5 kg auf die Waage. Als junge Voegel – bevor sie fluegge werden – haben sie sogar bis zu 10kg. Das Flueggewerden ist bei diesen Tieren echt hart: 1 Startversuch und dann 5 Jahre kein Land mehr betreten. Sie kommen erst mit 5 Jahren wieder zurueck und suchen sich dann den/die PartnerIn fuers Leben und checken einmal aus wo und wie sie ihr Nest gerne haetten. Mit 9 Jahren probieren sies dann mal miteinander – und das dann richtig oft, denn das Weibchen ist nur fuer 3 Stunden fruchtbar. Da muss man(n) schon eifrig am Werk sein, damit man diese doch sehr kurze Zeitspanne sicher erwischt. Ein junges Albatrosskueken haben wir zwar nicht zu Gesicht bekommen, dafuer aber 4 nistende Voegel.

Danach gings dann 1/2 Stunde ueber Land zu einem anderen Flecken der Halbinsel. Dort wurde es dann richtig hautnah. Immer bergab hinunter an den Strand und auf einmal hiess es „stopp“: da stand doch tatsaechlich wenige Meter vor uns ein Yellow-eyed Penguin. Alle Fotoapparate gezueckt und fleissig abgedrueckt – wer weiss ob sich so eine Gelegenheit nochmals bietet. Die ohne Fotoapparat haben intensiv durch die Feldstecher geschaut um alle Details von dem Tier mitzubekommen. Ok, das Tier stand mitten im Weg, also mussten wir rundherum bis an den Strand hinunter. Da lagen sie dann – grosse braune Ungetueme mitten im Sand = Seeloewe. Von unserem Guide erfuhren wir: nicht naeher als 5 Meter ran und ja nie zwischen Tier und Meer. Wo das Tier aufhoert und der Sand anfaengt war zwar mit dem Feldstecher gut zu erkennen, bei meinem Blick durch den Fotoapparat habe ich mich allerdings gefragt, ob man da ueberhaupt etwas erkennt ausser einem braunen Fleck, der genausogut ein Algenhaufen sein koennte. Natuerlich habe ich trotzdem ein paar (oder auch ein paar mehr) Fotos gemacht – man kann ja nie wissen. Weiter ueber den Strand (und hinter den Seeloewen vorbei) gings zu den Pinguinen – ja, der den wir bereits gesehen hatten, sollte nicht der einzige sein, den wir heute zu sehen bekommen. Auf dem Weg zu den Pinguinen stellte sich uns aber ein Hindernis in Form eines Seeloewen in den Weg. Ja foermlich in den Weg: der Seeloewe hatte es sich einfach mitten auf dem Weg bequem gemacht und wohl beschlossen dort ein Schlaefchen zu halten. Wir also wieder mal rundherum um dann endlich bei den Pinguinen anzukommen. Ein Paar hat sich gerade intensiv beschnaebelt und miteinander geturtelt – sehr suess anzuschauen. Andere konnten wir dabei beobachten wie sie den ganzen Berg hinaufgesprungen sind – ja sie sind wirklich gesprungen. Wir wuerden fuer diesen Berg (wenn wir gerade raufgehen) wohl ca. 10 Minuten benoetigen. Es war echt beindruckend zu sehen, wie diese Tiere vom Strand weg, den ganzen Berg hinaufspringen. Die stellen sich vor einen Felsen hin nehmen quasi mit dem Koerper Schwung und hopp hinauf – und weiter gehts das naechste Stueck. Es ist auch sehr ungewohnt, diese Tiere auf Gras zu sehen – vom Zoo kennen wir Pinguine auf Felsen und Eis, eventuell erwartet man sie noch am Strand, aber auf Wiese und mitten im Gebuesch haette ich sie nie gesucht. Ein weiteres Erlebenis hatten wir noch mit der Beobachtung eines Zusammentreffens von Schaf und Pinguin. Wie wir zu einem Beobachtungsstand gekommen sind bot sich folgendes Bild: Ein Schaf und direkt daneben 2 Babypinguine mit ihrer Mutter. Die Pinguine waren ungluecklich und haben eher panisch gewirkt, das Schaf hat sich nicht von der Stelle geruehrt. Mama Pinguin hat dann angefangen das Schaf anzupfauchen – nur, das Schaf ist seinem Ruf als stur voll gerecht geworden und hat sich nicht von der Stelle geruehrt. Mama Pinguin hat dann wohl eingesehen, dass es aus der Schafvertreibung nichts wird und dann angefangen ihr zwei Kleinen zu fuettern. Irgendwann sind die Pinguine weitergezogen. Das Schaf hatte sich immer noch nicht von der Stelle geruehrt.

Beim Rueckweg von den Pinguinen wieder ueber den Strand kam dann die Attacke: ein Seeloewe – sicher der groesste der dort lag hat sich auf den Weg in unsere Richtung gemacht. Wir hatten schon den Rueckzug in die Grasshaenge angetreten – wer will schliesslich von einem Seeloewen niedergewalzt werden. Doch der Seeloewe hatte gar nicht uns im Visier: er wollte nur spielen und hat es auf einen gemuetlich schlafenden Artgenossen abgesehen. Dieser wurde also recht unsanft aus dem Schlaf gerissen und wir haben dann noch ein Tollspektakel von insgesamt 4 Seeloewen zu sehen bekommen . Dieses waehrte allerdings nicht lange – Seeloewen schlafen wohl sehr viel und auch sehr ploetzlich, denn sie lassen sich einfach im Sand fallen strecken ihre Flossen von sich und ruehren sich nicht mehr – ja, bis sie halt wieder unsanft geweckt werden. Natuerlich wurden wieder alle Fotoapparate – auch meiner – gezueckt und fleissig abgedrueckt. Hoffentlich ist bald wieder eine Fotoschau moeglich, dann seht ihr ein paar davon (sofern sie auch scharf geworden sind).

Wir mussten dann den Berg wieder hinauf, nur um ihn auf der anderen Seite wieder runterzugehen (meine Kondi waechst und waechst) um auch noch die Seehunde zu sehen. Die sind ja wirklich suess. Da erfuellen ja schon die erwachsenen Tiere das Kindchenschema, na und die Jungen erst. Wir fanden sehr viele Seehunddamen mit ihren Jungen (4 Monate alt) versammelt. Die jungen haben gerade schwimmen geuebt und das war natuerlich sehr nett anzusehen wie sie sich da im Wasser herumgebalgt haben.

Mittlerweile war die Sonne schon hinter dem Berg verschwunden und es wurde schon richtig dunkel, daher hiess es Abschied nehmen und auf ginds wieder zurueck in die Stadt.

4 Antworten

  1. Hallo Mädels,

    es ist Fastenzeit. Zumindest für mich wieder über sechs Wochen OHNE Schoki, Kuchen, Kekse und all die anderen netten Dinge, die das Leben versüßen. Und dann fangts sogar Ihr hier an über Schokolade zu schreiben. Was heißt Schokolade? Sogar Schokoladefälle, Cadbury, irgendwelche Moro-Bars, die ich sowieso nie kennenlernen wollte…

    Gabi: Du MAGST keine Süßigkeiten! Du liebst Käse, Extrawurst, vegetarischen Aufstrich, Avocados und Erdäpfel-Vogerlsalat mit Speckkrusteln und dicke, sämige Saucen mit einem Schuß Alkohol, aber KEINE Schokolade.

    Karin: ich finde das mit dem Obst und dem Gemüse seeehr vernünftig. Wer braucht schon Orange Chocolate Chips Cookies (allein schon dieses Wort) *gg*

    Liebe Grüße
    M.

    P.S. vielleicht bleiben ja doch ein oder zwei Moro-Bars über. Nur so halt…

  2. Ihr beiden – diese Eindrücke waren sicher sehr schön – kann mir gut vorstellen wie das dort ausgesehen haben muss.

    Da Ihr das ja immer so eindrucksvoll beschreibt – habe ich immer das Gefühl direkt am Gesehen zu sein.

    Wie immer alles Liebe Euch beiden

    Eva

  3. Hallo Ihr zwei!

    Hab’ nur eine Frage:

    Habt Ihr alles was Ihr macht im vorhinein geplant, oder stehen dort überall Schilder mit Aufschrift „AOTEAROA 2008 TOUR, STOP HERE!“.

    Ein tolleres Programm könnten wir uns nicht wünschen… ;-)

    LG,
    Martin

  4. Liebe Kiwi & Pigi,
    Wie so oft es ist ein genuß eure reisedokumentation zu lesen. Die pinguine und seelöwen hätte ich auch gern gesehen. Hoffentlich werden die bilder was! Ihr habt spät sommer und so wie es auschaut kommt der frühling bald. Schneeglöcklöchen und tulpenspitzen schauen neugerig aus der erde raus. Ich hoffe dass es so bleibt aber glauben tu ich es nicht.
    Bitte weiter so schreiben-ihr seid super.
    Die Waldegghofg.

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