Manches ist nicht so wie man es erwartet.
Ich erwarte beispielsweise von einer Uhr mit Alarmfunktion, dass sie mir die Zeit korrekt anzeigt und mich zur gewuenschten Zeit weckt – ist ja nicht zu viel verlangt, schliesslich ist das doch die einzige Aufgabe einer Uhr. Nun ja, mit Uhren hatte ich auf dieser Reise noch nicht viel Glueck. Ich bin ja eigentlich immer ohne Uhr unterwegs. Vor der Reise habe ich mir dann gedacht, dass es doch nicht so schlecht waere, wenn wir eine Uhr bei uns haetten, da wir sonst vielleicht viele Busse und Zuege eventuell nur mehr von hinten sehen koennten. Da ich nicht viel Geld ausgeben wollte, bin ich in Wien in so einen Billigschuppen hinein und habe auch gleich das Gewuenschte zu einem akzeptablen Preis gefunden. Nachdem ich ca. 10 Minuten die Gebrauchsanleitung studieren musste um ueberhaupt draufzukommen wie man da die verschiedenen Zeiten einstellt, habe ich den ersten Schritt zu einer korrekten Zeitanzeige geschafft. Ok, der Anfang war etwas kompliziert, aber die Uhrzeit muss man ja nur einmal einstellen – dachte ich zumindest. Ich mag die Uhr nicht am Handgelenk tragen und habe sie daher in die Tasche gesteckt. Beim naechsten Blick auf die Uhr zeigte sie 1:00 und da war es ganz bestimmt nicht so spaet. Das bloede Ding verstellt sich mit einem Knopfdruck auf einen der vier Druckknoepfe, an denen man ganz sicher ankommt – egal ob man die Uhr am Handgelenk oder in der Tasche traegt. Also dieses Ding war fuer eine verlaessliche Zeitangabe also nicht geeignet. Gabi hat sich daher in Auckland einen Wecker gekauft, der alle Stueckerln spielt. Er leuchtet in verschiedenen Farben und wenn man die Zeit wissen will, stellt man ihn mal hin. Wenn man ihn um 90 Grad weiterdreht zeigt er die Alarmzeit und dann noch … Ok, ich wollte aber in der Frueh auch wissen wie spaet es ist, ohne Gabi jedesmal wecken zu muessen. Also habe ich in Wellington das naechste Elektrogeschaeft heimgesucht und einen tollen Reisewecker gekauft. Dann sollte er am naechsten morgen seinen ersten Wecktest bestehen – leider durchgefallen. Der Wecker laeutet einfach nicht. Er blinkt zwar kurz auf, gibt aber keinen Ton von sich – ich habe einen stummen Wecker gekauft. Da ich nicht die ganze Nacht vor dem Ding sitzen und es beobachten will, wann er denn endlich blinkt, hat sich auch dieser Uhrenkauf als komplette Niederlage erwiesen. Morgen werde ich wohl wieder in ein Elektrogeschaeft pilgern und es ein drittes Mal vesuchen. Diesmal probiere ich den Wecker aber gleich direkt im Geschaeft aus – Einsteckprobe, Alarmprobe, und was mir sonst noch fuer moegliche Fehlfunktionen eines Weckers einfallen werden.
Ansichtskarten in Neuseeland aufzugeben, ist auch nicht so einfach wie man denkt. Ihr werdet jetzt sagen: „na, schmeisst sie halt einfach ins naechste Postkasterl“. Ja denkste. Da gibt es erstmal ein rotes und ein blaues und dann gibt es da noch ein anderes blaues. Welches nehme ich denn nun? Ok, auf dem Streifen mit den Marken steht drauf ins blaue Kasterl. Doch welches der beiden nehme ich denn nun? Sind die beide gleich oder sind das doch unterschiedliche? Fragen ueber Fragen. Wir wollen doch, dass die vielen Karten, die wir schon geschrieben haben, bei euch ankommen. Wir haben bereits alle drei Kasterln ausprobiert und erwarten hier in den Kommentaren auf Erfolgsmeldungen von euch ueber erhaltene Karten (dass die Karten in das blaue Kasterl gehoeren, haben wir erst etwas spaeter gelesen, da haben wir die ersten Karten bereits in das rote Kasterl geworfen) . Die zwei verschiedenen blauen Kasterln duerften wohl von zwei verschiedenen Postsystemen kommen. Nicht einmal die bei der Besucherinformation kennen sich da ordentlich aus. Gabis toller Reisefuehrer weiss da besser Bescheid und sagt, dass das dunklere Blau (DX-Mail) etwas langsamer ist als das andere blaue Kasterl (National Mail). Wir werden sehen ob das stimmt.
Und dann noch eine Sache, die sich nicht erklaeren laesst. Wir waren ja in Wellington im botanischen Garten. Da war es eigentlich sehr schoen. Besonders schoen war es, wenn kein Wind geblasen hat. Ich hatte aber wohl eine Windmaschine mit. Jedes Mal wenn ich den Makroknopf meiner Kamera gedrueckt habe, ist der Wind losgegangen. Scharfe Makroaufnahmen waren daher ein reiner Glueckstreffer (als ob die ohne Wind nicht schon schwierig genug waeren). Leider funktioniert dieses Phaenomen nicht immer. Bei unserer Wanderung in Picton war es etwas heiss und ich wollte wieder etwas Wind produzieren – hat leider nicht geklappt.
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