Heute gibt’s von mir nur ein paar Facts - fuer den Reisebericht ist heute wieder Karin zustaendig. Immerhin werde ich ja nicht bezahlt fuer’s Berichten, und da mindestens ebensoviele Leser von Karins wie von meiner Seite hier mitlesen, sehe ich ueberhaupt nicht ein, warum nur ich arbeiten soll
… Ist natuerlich glatt gelogen, ich wuerde hier ununterbrochen meine Romane schreiben, wenn ich mich nicht immer wieder mit Gewalt zurueckhielte und einen Tag Karin ueberlasse, damit sie auch einmal zu Wort kommt.
Also, Facts:
Neuseeland gehoerte in grauer, grauer Vorzeit zum Urkontinent Gondwana, und die Gebildeten unter Euch duerfen jetzt aufzaehlen, was da noch so alles dazugehoerte. Ich warte so lange … Wenn Eure Antwort Suedamerika, Antarktis, Afrika samt Madagaskar, Australien, Arabien und Indien lautete, dann habt Ihr Recht.
Auf jeden Fall ist Neuseeland dadurch entstanden, dass sich die pazifische und die indisch-australische Platte untereinander schieben; untereinander insoferne, als sich unter der Nordinsel die pazifische unter die indisch-australische schiebt, unter der Suedinsel ist es umgekehrt. Und so ziemlich genau unter der Cook-Strasse ist die Verzahnung.
Daher ist Wellington auch schwer erdbebengefaehrdet; man hat sogar eine Reserve-Hauptstadt vorgesehen, falls es in Wellington einmal zum Worst Case kommt. Diese Reserve-Hauptstadt ist aber keinesfalls Auckland, auch nicht Christchurch, welches die groesste Stadt des Landes ausserhalb des Molochs Auckland ist, sondern das 75.000 EW-Kaff (oh Du Arroganz einer Wienerin!) Palmerston North, ein wenig noerdlich von Wellington. Und weil ich gerade bei Hauptstadt bin: Wellington ist seit 1865 Hauptstadt und Regierungssitz, davor war es tatsaechlich Auckland. Grund fuer den Umzug war, dass in diesen Jahren die Nordinsel in einem Buergerkrieg mit den Maori steckte, die Suedinsel, auf denen es deutlich weniger Maori gab und gibt, hingegen nicht und wirtschaftlich dank Goldrausch und Viehzucht deutlich besser dastand und an Unabhaengigkeit dachte. Da entschloss man sich, mit der Hauptstadt ein wenig naeher ins Zentrum zu ruecken, um “die da unten” besser unter Kontrolle halten zu koennen.
Ja, und also die Cookstrasse. Als erster Europaeer entdeckte ja Abel Tasman im 17. Jh. Neuseeland. Der kam von Tasmanien her, das er auch entdeckt hatte, und erblickte als erstes die Suedinsel. War sich allerdings nicht ganz sicher, ob er nicht an der Westkueste Suedamerikas, das man eh schon kannte, gelandet war. Segelte nach einem kurzen, missglueckten Landgang mit 4 Toten weiter nach Norden, und erkannte die Cookstrasse nicht als Durchfahrt: Er dachte, ein durchgaengiges Land vor sich zu haben. Dumm gelaufen. 100 Jahre spaeter kam Captain Cook daher, der war ein wenig gruendlicher, fuhr die Kueste brav aus, entdeckte die Strasse, durchfuhr sie - und darum heisst sie heute nach ihm. Und nach dem doofen Hollaender heisst nur ein Nationalpark
Die Cookstrasse zaehlt auf jeden Fall zu den stuermischsten Seestrassen der Welt. Das haengt mit der Lage in den “Roaring Forties”, der Zone der Westwinde, zusammen. Die Winde blasen, die Landmassen der zwei Inseln halten dagegen, und in den 20 km der Cookstrasse spielt sich’s wuest ab. 1968 ist auch eine Faehre gekentert. Daher hatten Karin und ich so grossen Respekt vor dieser Ueberfahrt: Es gibt naemlich Schauergeschichten von fuerchterlichem Seegang in der Strasse - ich nehm’s vorweg (d.h., das wird sich weisen, ob Karin oder ich zuerst auf’s Knoepfchen druecken), davon haben wir heute ueberhaupt nichts bemerkt. Fuer mich war’s die mittlerweile 5. Ueberquerung der Cookstrasse, und alle waren sie wunderbar ruhig. Aber das ist eben nicht selbstverstaendlich. Schwimmen ist uebrigens auch drin, es gibt doch schon ein paar zig wahnsinnige Schwimmer, die die Cookstrasse durchschwommen haben, die schnellste Zeit fuer die 26 km waren rund 5 Stunden. Na, da war mir die Faehre doch lieber.
Und eine letzte Info noch: Die Faehrverbindung fuehrt ja von Wellington nach Picton, was nicht der kuerzeste Weg ist - die Faehre faehrt ein Stueck nach Westen und dann durch ein paaar wunderschoene Sounds. Direkter waere die Fahrt nach Blenheim - einfach stur durch die schmalste Stelle. In Blenheim sind sogar schon die Gruende fuer Faehranlagen gekauft, aber gottseidank ruht seither das Projekt - denn es waere wirklich schade um die Fahrt durch die Sounds. Gerade durch die Strasse waer’s nur “eine weitere Faehrverbindung” - so ist die Fahrt ein Erlebnis.
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Hallo Gabi
Hab heute mal bei Eurem Online-Tagebuch reingeschaut…ist ja wirklich schön beschrieben.
Ich habe Eure Reiseberichte ausgedruckt und nach Feierabend mit schmunzeln im Zug gelesen.
Wünsch Dir (Euch) noch schöne Tage und viel Spass. Ich bin mal gespannt was noch so an Berichten erscheint.
lG
Gunnar
Nochmal Hallo!
Nachdem ich einige Ausernandersetzungen mit diesem Programm hatte (habe unter About erstmals erklären müssen, dass ich meine e-mail Adresse auch richtig schreiben kann) melde ich mich auch aktuell zu Wort. Obwohl, und das wisset Ihr wohl, ich kein Freund solcher Sachen bin. Hier erscheint es mir aber in höchstem Maße unterhaltsam, was ja nicht zuletzt am Thema und einer wirklich nenneswerten Reise liegt. Obwohl ich Eure Schreibstile und Geschichte wirklich unterhaltsam finde uind gespannt sein darf wie oft sich Astrid auf die Schenkel klopfen wird.
Weiter gute Reise und Spaß Spaß Spaß Euch beide!
Astrid & Thomas
Ergänzung: es gibt auch…
The Tasman Sea
In New Zealand:
- the Tasman Glacier
- Tasman Lake
- the Tasman River
- Mount Tasman
- the Abel Tasman National Park
- Tasman Bay
- the Tasman District
The Able Tasmans - an indie band from Auckland, New Zealand.
The Able Tasmans - basketball team
LG,
Martin
(I love Wikipedia)